Tipps und Tricks

Verabreichung des ND-Impfstoffes über das Trinkwasser

Die Impfung gegen die Newcastle Disease (ND) erfolgt bei Hühnern und Puten in der Regel über das Trinkwasser. Dieses Verfahren ist für Hobbyhalter und Züchter besonders geeignet, da es eine schonende, stressarme und praktikable Methode darstellt – vorausgesetzt, die Durchführung erfolgt sorgfältig und nach den vorgegebenen Richtlinien.

Der Impfstoff wird am Ausgabetag frisch angesetzt und muss innerhalb von zwei Stunden nach dem Anmischen vollständig verabreicht werden. Nach Ablauf dieses Zeitfensters ist die Wirksamkeit nicht mehr gewährleistet. Eine spätere Verwendung ist daher nicht zulässig.

Damit die Impfung zuverlässig wirkt, sind einige wichtige Punkte zu beachten:

1. Vorbereitung der Tiere
Damit alle Tiere den Impfstoff möglichst gleichzeitig aufnehmen, sollte ihnen etwa 1–2 Stunden vor der Verabreichung kein Wasser angeboten werden. Die Dauer richtet sich nach Witterung und Haltungsform – bei hohen Temperaturen ist entsprechend vorsichtig zu verfahren. Ziel ist es, dass die Tiere nach Bereitstellung des Impfstoff-Wassers zügig trinken.

2. Wasserqualität und Tränkenhygiene
Es darf ausschließlich sauberes, möglichst kühles Leitungswasser verwendet werden.
Die Tränken müssen gründlich gereinigt sein und dürfen keinerlei Rückstände von Desinfektionsmitteln, Reinigern oder Medikamenten enthalten. Chemische Rückstände können den Lebendimpfstoff inaktivieren und die Schutzwirkung deutlich beeinträchtigen.

Metallgefäße oder stark verschmutzte Tränken sind ungeeignet. Idealerweise werden saubere Kunststofftränken verwendet.

3. Richtige Dosierung und Wassermenge
Die Wassermenge sollte so bemessen sein, dass sie innerhalb von maximal zwei Stunden vollständig aufgenommen wird. Zu große Wassermengen können dazu führen, dass nicht alle Tiere ausreichend Impfstoff aufnehmen. Zu geringe Mengen können wiederum dazu führen, dass rangniedrige Tiere leer ausgehen.

Wichtig ist: Während der Impfphase darf das Impfstoff-Wasser die einzige verfügbare Wasserquelle sein. Pfützen, alternative Tränken oder offene Wasserbehälter sind zu entfernen oder unzugänglich zu machen.

4. Gleichmäßige Aufnahme im Bestand
Gerade bei gemischten Altersgruppen oder rangstarken und rangschwachen Tieren ist darauf zu achten, dass ausreichend Tränkeplätze vorhanden sind. Nur wenn jedes Tier Zugang zum Impfstoff-Wasser hat, kann ein vollständiger Bestandsschutz aufgebaut werden.

5. Nach der Impfung
Sobald das Impfstoff-Wasser vollständig aufgenommen wurde, können die Tiere wieder regulär mit frischem Trinkwasser versorgt werden. Tränken können anschließend wie gewohnt gereinigt werden.

Die korrekte Verabreichung über das Trinkwasser ist entscheidend für den Impferfolg. Fehler bei Vorbereitung, Wasserqualität oder Zeitmanagement können die Schutzwirkung beeinträchtigen.

Sorgfalt am Impftag bedeutet aktiver Schutz des eigenen Bestandes – und trägt gleichzeitig dazu bei, die Geflügelhaltungen in der gesamten Region vor einem Seuchenausbruch zu bewahren.